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Fotos:
Hartmut von Trostorff


START - REISEBERICHTE - 265 PARIS 2009

 







Bericht und Fotos:
Hartmut von Trostorff


265. DCC Gemeinschaftsfahrt

Paris und Umgebung 

 

Vom 29.08 bis 13.09. 2009 hatten wir eine 16-tägige geführte Tour des DCC nach Paris und Umgebung gebucht. Es war für uns das erste Mal, und so waren wir gespannt was auf uns zukommt. Ausgangspunkt der Reise war der Campingplatz "Perlenau" in Monschau. Nach der Begrüßung und Vorstellung sowie Erläuterungen zur Reise durch die Reiseleitung Hans-Peter und Renate Heiermann fuhren dann alle 18 Einheiten (8 Wohnmobile und 10 Gespanne) zu unserem ersten Etappenziel nach Maubeuge an der Sambre kurz nach der franz. Grenze. Nach einem gemeinsamen Kaffeetrinken mit Kuchen von der Reiseleitung haben wir die Reste der alten Grenzbefestigungs-Anlage von Ludwig XIV am Place Vauban besichtigt.
Am nächsten Morgen fuhren wir in 2er oder 3er Gruppen weiter auf den Campingplatz "La Belle Etoile" in Melun, ca.60 km südöstlich von Paris, direkt an der Seine. Dies war unser Basislager für die nächsten fünf Tage. Am Nachmittag des folgenden Tages ging es mit dem Bus unter Begleitung der deutsch sprechenden Platzwartin in die Innenstadt von Paris. Nach einer kurzen Busrundfahrt stiegen wir am Eiffelturm in ein Boot, um eine einstündige Fahrt auf der Seine und um die Île de la Cité zu machen. Erläuterungen gab es auf deutsch per Kopfhörer. Dann fuhren wir zum Bois de Boulogne, um uns den Rosengarten im Château Bagatelle und eine Sonderaus¬stellung zu Darwin anzusehen, allerdings war die Zeit sehr knapp bemessen. Gegenüber auf einer Wiese hatten wir dann ein Picknick mit von der Reiseleitung gestelltem Essen. Bei beginnender Dämmerung ging es dann zum Fuß des Montmartre, um über die Treppen zur strahlend weißen Basilika Sacré Cœur aufzusteigen. Von dort hat man einen schönen Blick auf das sich langsam illuminierende Paris und den beleuchteten Eiffelturm. Über den Place du Tertre, dem alten Dorf¬platz von Montmartre, und vorbei an der Kirche Saint-Pierre de Montmartre, der ältesten Kirche von Paris (1147 geweiht), ging es im Eilschritt zurück zum Bus. Wir fuhren dann vorbei an Moulin Rouge zum Place du Trocadéro um uns für 5 Minuten das Schauspiel des hell erleuch¬teten und blinkenden Eiffelturms (abends jeweils zur vollen Stunde) anzusehen. Da wir erst kurz vor Mitternacht wieder im Wohnmobil waren, hieß es am nächsten Morgen erst mal ausschlafen.
Vormittags haben wir uns ein wenig in Melun umgesehen. Auf einer Insel in der Seine gibt es hier ein großes Gefängnis. Wir haben u.a. den Bahnhof gesucht und gefunden, waren am Rat¬haus und haben einen Rundgang über den Markt mit Trödelmarkt und durch die große Markt¬halle gemacht. Bei der Gelegenheit haben wir gleich noch einige Lebensmittel im angrenzenden Supermarkt eingekauft. Am späten Nachmittag gab es auf dem Campingplatz eine Verkostung von "Brie de Melun" mit Rotwein und "Bier de Brie", das sind zwei Spezialitäten die es nur hier im Umkreis einiger km gibt.
Am nächsten Tag ging es nachmittags wieder mit dem Bus nach Paris, wo wir in einer riesigen Tiefgarage unter dem Centre Pompidou mit dem Bus geparkt haben. In diesem Kulturzentrum gibt es diverse Ausstellungen und Museen, von der Dachterrasse hat man einen schönen Aus¬blick. Dann hat sich unser Bus langsam durch das Verkehrsgewühl Richtung Montmartre und Place Pigalle durchgekämpft. Dort hatten wir dann ab 20:00 Uhr einen schönen Abend in einem Etablissement bei "Madame Arthur" mit Diner und "Cabaret et Spectacle" (Travestie-Show) bis ca.01:30 Uhr.
Nach recht kurzem Schlaf ging es am nächsten Morgen zum Château Vaux le Vicomte. Dieses Schloss hat sich der Finanzminister Ludwigs XIV, Nicolas Fouquet, um 1660 erbaut. Damit zog er sich den Zorn Ludwigs XIV zu und wurde dafür eingekerkert. Aufgrund der Schönheit dieses Schlosses diente diese Anlage als Vorbild für viele weitere Schlösser der folgenden franzö¬sischen Könige. Nachmittags besuchten wir Château Fontainebleau, welches von Franz I. erbaut und von Napoleon I. umgebaut wurde. Diese große Schlossanlage liegt in einem riesigen Park und gehört zum Weltkulturerbe der UNESCO. Unter anderem sieht man hier auch den Raum, in dem Napoleon seine Abdankungsurkunde unterschrieb.
Am Samstag war ein Ruhetag eingeplant, den wir allerdings zu einer privaten Stadtbesichtigung von Paris genutzt haben. Wir haben mit der Eisenbahn und der Metro verschiedene Punkte erreicht. Zunächst waren wir auf der Île de la Cité mit der Conciergerie und der Kathedrale Notre-Dame. Anschließend sind wir auf die Île Saint-Louis und danach zum Gelehrten-Viertel Quartier Latin. Von dort sind wir zum Panthéon gegangen. Dieser große Kuppelbau war von Ludwig XV als Kirche geplant, wurde aber gleich nach der Fertigstellung zweckentfremdet und als Grabstätte für viele große französische Intellektuelle genutzt. Wir haben dann kurz einen Blick in die Rechtsfakultät der Universität Sorbonne geworfen und sind weiter zum Jardin du Luxembourg gegangen. Diese schöne Parkanlage grenzt an das Palais du Luxemborg, in dem heute der Sitz des Senats ist. Mit der Metro fuhren wir noch zur Trinite (Kirche) und von dort zu den Galeries Lafayette, dem bekannten riesengroßen und exklusiven Kaufhaus gegenüber der Oper. Von der Aussichtsplattform auf der siebten Etage hat man wieder einen schönen Ausblick. Mit der Metro ging es dann wieder zurück zum Gare de Lyon und per Zug nach Melun.
Am Sonntag Morgen haben wir dann umgesetzt zum Campingplatz in Versailles. Gegen Mittag sind wir mit dem Linienbus zum Schloss Versailles gefahren. Wir haben ja schon viele Schlösser gesehen, aber diese riesige und prachtvolle Schlossanlage mit Park, Wasserspielen und Spring¬brunnen stellt alles bisherige in den Schatten. Die Dimensionen sind schier unermesslich. Ursprünglich war die Anlage mit einer 43 km langen Mauer umgeben und hatte eine Größe von 8000 Hektar. Ab etwa 1660 wurde das ehemalige kleine Jagdschloss zu dieser riesigen Residenz ausgebaut. Über 100 Jahre residierte dort der französische Hof, zeitweise mit mehr als 20000 Personen. Das Schloss hat eine ca. 680m lange Fassade zur Parkseite, allein der Spiegelsaal ist 73m lang. Wir hatten dort eine Führung in deutscher Sprache und dabei u.a. erfahren, dass pro Tag durchschnittlich ca. fünftausend Besucher, pro Jahr ca. 5 Millionen, hierher kommen. Das gesamte Schloss war auf die Person des Sonnenkönigs Ludwig XIV ausgerichtet. Während der Führung konnten wir u.a. den Herkulessaal, die königliche Kapelle, den Spiegelsaal, die Schlaf¬gemächer der Königin und des Königs sowie verschiedene weitere Räume sehen. Ludwig XIV verstarb am 01.09.1715 nach 72 Jahren Regierungszeit in seinem Schlafzimmer. Ab ca. 16:00 Uhr konnten wir für etwa 1,5 Std. die verschiedensten Brunnen mit ihren Wasserspielen und untermalender Musik (sogenannte Grandes Eaux Musicales) erleben.
Am nächsten Morgen ging es dann mit der Bahn (RER) nach Paris zum Eiffelturm, dieser wurde 1889 anlässlich der Weltausstellung eingeweiht . Zunächst fuhren wir mit dem Schrägaufzug zur zweiten Etage, dann nach dem Umsteigen hinauf zur dritten Etage in knapp 300m Höhe. Man könnte auch die Treppen benutzen. Von dort oben hatten wir mit Blickrichtung mit der Sonne, d.h. etwa nach Nord-West, eine sehr gute Aussicht, zur anderen Seite hin war es etwas dunstig. Man sagte uns, bei schönem Wetter könne man ca. 70-90 km weit sehen. An dieser Stelle muss ausdrücklich vor Taschendieben gewarnt werden. Trotz aller Vorsicht wurde einem Mitglied unserer Reisegruppe aus der geschlossenen Tasche das Portemonnaie gestohlen. Anschließend sind wir über die Seine in Richtung Champs-Élysées gegangen, wo wir in der Nr. 26 ein tolles Mittagessen genießen konnten. Danach haben wir eine ca. zweistündige Stadtrundfahrt mit den "Cars Rouge" gemacht. Der Bus hält an 9 Stationen, an denen man die Fahrt beliebig lange, z.B. für Besichtigungen, unterbrechen kann. Die Fahrkarte dafür ist zwei Tage gültig. Mit der RER ging es dann zum Campingplatz nach Versailles zurück.
Dienstag früh wurden wir vom Bus abgeholt und fuhren ein Stück bis in die Normandie nach Giverny. Hier gibt es die Fondation Claude Monet, dem berühmten Maler des Impressionismus, der hier von 1883 bis 1926 lebte und wirkte. Man kann sein Wohnhaus mit diversen Bildern und eine große schöne Gartenanlage besichtigen, und im Shop Bilder und Souvenirs kaufen. In einem normannischen Gasthaus gab es wieder ein sehr leckeres Mittagessen. Mit dem Bus fuhren wir dann über Vernon, wo wir ein altes Brückenhäuschen (ehemalige Zollstation) ansehen konnten, entlang der Seine zurück nach Versailles. Unterwegs machten wir in La Roche-Guyon mit seinem Château noch einen kurzen Halt.
Am nächsten Tag fuhren wir wieder mit der RER ins Zentrum zum Louvre. Das Kennzeichen ist die 1989 eröffnete Glaspyramide im Innenhof, wo sich einer der Haupteingänge befindet. Der Louvre ist jetzt das größte Museum der Welt und war zuvor eines der größten Königsschlösser. Wir hatten einen deutschsprachigen Führer der uns einige Highlights zeigte und erläuterte. Ursprünglich stand an dieser Stelle ein mittelalterliches Kastell, von dem man im Untergeschoß noch einige sehr gut erhaltene Mauern sieht. Unter Ludwig XIV wurde dann darüber dieses Palais erbaut. In den unterschiedlichen Flügeln finden kunsthistorisch Interessierte alles was das Herz begehrt, z.B. antike Skulpturen, ägyptische, griechische, römische und orientalische Sammlungen, Möbel, Vasen, Schmuck, islamische Kunst, Graphiken, Malereien der verschie¬denen Epochen und Stilrichtungen und u.a. auch die "Mona Lisa".  Danach sind wir in den Jardin des Tuileries um eine kurze Rast zu machen. Mit der Gruppe sind wir dann nochmals per Metro zur Notre Dame gefahren. Übrigens fährt die Metro auf einigen Innenstadtlinien auf Gummi¬rädern! Nach einem Rundgang durch Notre Dame sind wir noch am Elysée-Palast vorbei marschiert. Der Präsident hatte gerade eine Delegation zu Besuch, so dass er uns leider nicht empfangen konnte, und so fuhren wir zum Campingplatz zurück.
Der Donnerstag war als Freizeit angesetzt, wir nutzten diese Zeit allerdings um noch einmal auf eigene Faust ins Zentrum zu fahren. Unser erstes Ziel war der um 1700 von Ludwig XIV in Anlehnung an den Petersdom erbaute Invalidendom mit der über 100m hohen Kuppel, in dem seit 1840 in einem Porphyrsarkophag die Gebeine von Kaiser Napoleon I. liegen. Hierzu gehört auch ein großes Armee-Museum sowie ein Hospital für Kriegsveteranen. An der Militär¬akademie vorbei sind wir nochmals durch den Parc du Champs de Mars zum Eiffelturm gelaufen. Von dort fuhren wir mit der Metro zur Bibliothèque Nationale de France F. Mitterand, wo es einige Lesesäle der Universität gibt. Dann fuhren wir zum Place des Vosges, einem der schönsten Plätze von Paris. Im 17.Jhd. wurden hier rund um ein Karrée mit Reiterstandbild Stadtpaläste errichtet. Die Vogesen waren die ersten, die der Revolutionsregierung Steuern zahlten. Unter den Arkaden der Häuser gibt es viele exklusive Geschäfte und Restaurants. In der Südostecke gibt es das Maison de Victor Hugo. Dann fuhren wir mit der Metro Linie 1 in das neue Hochhausviertel nach La Défense, wo fast alle großen Unternehmen Ihre Büros haben. Hier hat sich auch François Mitterand ein Denkmal gesetzt, indem er einen riesigen, 110m hohen Torbogen aus zwei miteinander verbundenen Hochhäusern erstellen ließ, den Grande Arche. Darin gibt es Museen und wechselnde Ausstellungen. In einer geraden Achse kann man von dort zum Arc de Triomphe, und bei schönem Wetter weiter über die Avenue des Champs Elysées bis zum Louvre sehen. Von La Défense aus sind wir dann mit einer von drei Straßenbahnen in Paris (Tramway) längs der Seine bis Issy Val de Seine gefahren, um von dort wieder mit der RER zum Campingplatz zurück zu kehren.
Am Freitag war die Zeit in Paris vorbei und es ging ostwärts zum Campingplatz "Lac d`Orient" im Naturpark Forêt d`Orient. Wir sind ein Stück am See entlang gelaufen und haben dabei viele Surfer und einige Segler und Kite-Surfer gesehen. Offenbar ist hier ein Paradies für diese Sport¬arten. Renate Heiermann hat uns am Nachmittag mit leckeren selbstgebackenen Waffeln verwöhnt. Am nächsten Morgen ging es dann Richtung Luxemburg. Kurz vor Verdun fuhren wir auf dem Voi Sacrée, einer Straße, die mit Gedenktafeln und Bildern die Erinnerung an die Schlacht von Verdun wach halten soll. Kurz hinter Verdun haben dann einige von uns einen Abstecher zum Mahnmal (Memorial de Verdun) mit dem zugehörigen Soldatenfriedhof, Museum, den ehemaligen Schützengräben und anderen Anlagen gemacht. Allein auf diesem Friedhof ruhen mehr als 130000 Soldaten, insgesamt mussten mehr als 800000 Soldaten 1916 hier Ihr Leben lassen. Es ging weiter durch das ehemalige Kohle- und Stahlrevier auf den Campingplatz "Kockelscheuer" in Luxemburg. Hier hatte die Fahrtleitung ein Abschiedsessen vorbereitet. Zwei luxemburger Musikanten sorgten für Unterhaltung und viele schwangen das Tanzbein. Den Gewinnern des Quiz "Durchschnittsalter der Reiseteilnehmer" (Ergebnis: 67 Jahre und 2 Monate) wurden die Preise überreicht. Zwei Mitglieder unserer Gruppe (Richy und Ille) trugen die Erlebnisse dieser Reise und ein Dankeschön an die Reiseleitung in Gedichtform vor. Von Helga erfuhren wir dann noch auf hessisch die Bedeutung von "ebbes" und es gab auch noch einen Malwettbewerb. Am nächsten Morgen, nach einem gemeinsamen Frühstück, traten alle die Heimreise an.   

(H. von Trostorff)





 







Fotos:
Hartmut von Trostorff