
 | |  | |  | |  | |  Fotos: Hartmut von Trostorff
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276. DCC-Clubfahrt Nordpolen – Masuren, Juni 2010
Hartmut und Barbara von Trostorff
Nachdem wir im letzten Jahr unsere erste sehr schöne 16-tägige Clubtour mit dem DCC nach Paris gemacht hatten, wollten wir in diesem Jahr an einer längeren DCC-Clubfahrt nach Polen teil¬nehmen. Wir entschieden uns für die Gemeinschaftsfahrt "Polens Ostseeküste und Masuren" vom 05.06. bis 29.06.2010 unter der Leitung von Günther und Roswitha Patt. Bei unserer Anreise haben wir eine Zwischenübernachtung in Helmstedt gemacht. Hier in der histo¬rischen Universitätsstadt war früher der Autobahngrenzübergang zur ehemaligen "DDR". Teilweise ist die Altstadt restauriert, insbesondere die ehemaligen Universitätsgebäude. Der Treffpunkt zum gemeinsamen Start war auf dem Campingplatz in Berlin-Kladow. Hier wurden wir in sechs Fahrgemeinschaften aufgeteilt und erhielten detaillierte Informationen zum Ablauf der Reise. Es gab noch ein sehr gutes Abendessen und gemütliches Beisammensein. Am nächsten Morgen stand die erste Fahrtetappe nach Stettin an. Der Campingpatz/Marina lag etwas außerhalb in Dabie an einem Yachthafen. Leider hatte ein Fahrtteilnehmer Pech mit seinem Wohnmobil, die Kupplung war defekt. Aber durch die Mithilfe und gute Organisation von Günther Patt konnte bis zur geplanten Weiterreise am übernächsten Tag das Fahrzeug repariert werden. Am zweiten Tag in Stettin wurden wir vom Campingplatz mit einem Bus zu einer ca. 3-stündigen Rundfahrt mit Stadtführung in deutscher Sprache abgeholt. Diese ehemalige Hansestadt ist der wichtigste Hafen Polens. Im zweiten Weltkrieg wurde die Altstadt um den Bereich des Hafens weitgehend zerstört. Viele Gebäude wurden im alten Stil wieder aufgebaut. Sehenswert ist z.B. die Uferpromenade mit den "Haken-Terassen" und dem außen restaurierten Schloss der pommerschen Herzöge, das Rathaus und die Jakobus-Kathedrale. Zum Stadtgebiet von Stettin gehören auch sehr viele Grünflächen. Auch in Stettin gab es wieder zwei gemeinsame Abendessen im Camping-Restaurant. Dann ging es weiter an die Küste zum größten Bade- und Kurort der Ostsee nach Kolberg. Auch hier war nach dem Krieg sehr viel zerstört, man hat jedoch vieles wieder restauriert. Allerdings finden sich im Stadtkern oftmals direkt neben historisch wiedererrichteten Gebäuden moderne Plattenbauten. Ein sehr schöner Rundgang bietet sich an, vom Campingplatz zum Strand, die Ufer¬promenade entlang bis zum Hafen mit Leuchtturm, dann in die Stadt zum Mariendom. Diese 5-schiffige Kathedrale wurde im 14.Jhd. erbaut und originalgetreu restauriert. Uns fiel auf, dass einige der mittleren Stützpfeiler nicht ganz senkrecht, sondern etwas schräg stehen. Vorbei am Rat¬haus und weiteren Gebäuden ging es zurück zum Campingplatz. Im nahegelegenen Hotel Solny gab es wieder ein gemeinsames Abendessen. Am 5.Tag (09.06.2010) fuhren wir in den alten Fischerort Leba. Der erste Nachmittag war zur freien Verfügung, wir nutzten diese Zeit für ein leckeres Fischessen und anschließend für eine erste Wanderung durch den Kiefernwald, dann den Strand entlang bis zum Hafen und durch den Ort zurück zum Campingplatz. Am nächsten Tag fuhren wir nach einem gemeinsamen Mittagessen zunächst ein Stück mit einer Kleinbahn bis Rabka und dann mit mehreren Elektro-Golfwägelchen in das Naturschutzgebiet Slowinski-Nationalpark. Hier wurden wir von abertausenden Mücken begrüßt. Unser deutschsprachiger Wanderführer erläuterte viele Details zum Nationalpark mit den beiden Seen (Leba- und Garno-See) und der großen bis zu 45m hohen Wanderdüne (Lonsker Düne). Diese Düne wandert pro Jahr ca. 9m in südöstlicher Richtung und begräbt dabei alles unter sich. Abends gab es ein kräftiges Gewitter. Der nächste Tag stand wieder zur freien Verfügung, den wir zu einer erneuten Wanderung und zum Fischessen nutzten, nachmittags gab es leider wieder heftigen Regen. Am folgenden Morgen (12.06.2010) fuhren wir in den Bade- und Kurort Sopot, zwischen Gedingen und Danzig. Unser erster kleiner Ausflug führte uns durch die Parkanlage in Richtung Mole. Sopot war in den 30er Jahren des letzten Jhd. das mondänste Seebad des Nordens. Schon damals konnte man vom Grandhotel auf die über 500m lange Mole sehen. Durch Restaurierungs- und Neubau¬maßnahmen versucht man jetzt an den alten Glanz anzuknüpfen. Auf dem Rückweg von der Stadt zur Mole gingen wir durch die Passage des Sheratonhotels und dann zurück Richtung Camping¬platz, wo uns im benachbarten Hotel wieder ein leckeres Abendessen serviert wurde. Am nächsten Tag fuhren wir mit dem Bus und einer deutschsprachigen Gästeführerin nach Danzig. Hier erfuhren wir viel über die wechselvolle ca. 1000-jährige Geschichte der zeitweise freien Stadt. Nach dem zweiten Weltkrieg war Danzig zu etwa 90% zerstört. Trotz einiger Widerstände ist es gelungen, die Altstadt mit Ihren Fassaden im Aussehen entsprechend der Zeit vor der Zerstörung wieder aufzubauen. Zunächst gingen wir zum berühmten mittelalterlichen Krantor. Dieser Kran wurde damals angetrieben durch vier Männer in zwei Laufrädern. Von dort ging es auf ein Piraten¬schiff um damit in ca. 30 Minuten bis zur Halbinsel Westerplatte zu fahren. Dabei konnten wir Krananlagen der inzwischen stillgelegten Neubauwerft und der noch in Betrieb befindlichen Repa¬raturwerft sehen. Auf der Westerplatte erinnert ein monumentales Denkmal an die Geschehnisse des zweiten Weltkrieges. Während eines ca. 3-stündigen Stadtrundganges sahen wir dann u. a. das grüne und das goldene Tor, den langen Markt mit dem Neptunbrunnen, das Rathaus, den Artushof, die Langgasse und die Frauengasse mit den typischen Häusern mit Beischlag (terrassenartige Vor¬bauten), die Marienkirche (größte mittelalterliche Backsteinkirche Europas!) und die St. Nicholas¬kirche. Der nächste Tag führte uns in die Kaschubische Schweiz, ein Gebiet mit bewaldeten Hügeln und vielen kleinen Seen rund um die kaschubische Hauptstadt Karthaus. In Polen leben noch rd. 550 Tausend Kaschuben, ein Volksstamm mit eigener Sprache, die sich in die Waldkaschuben und die Meerkaschuben aufteilen. Unser erstes Zwischenziel war ein Museum, in dem wir alte Küchen- und Handwerksgerätschaften sahen. Während der Busfahrt lehrte uns unsere Gästeführerin das Kaschu¬benlied, wobei die einzelnen Strophen vorwärts und rückwärts gesungen werden. Nach dem Mit¬tagessen fuhren wir weiter zu einem Freilichtmuseum. Hier sahen wir u.a. das längste aus einem Stück bestehende Brett der Welt (36,8 m, im Guiness-Buch verzeichnet). Aus dem gleichen Baum¬stamm, der ca. 51 m hoch war, hat man auch noch den längsten Tisch mit Sitzbänken gefertigt. Weiter gibt es hier mehrere Kaschubenhäuser die als Spenden aus verschiedenen Ländern zusam¬mengetragen wurden. Als Symbol dafür, dass in Kaschubien alles etwas anders ist, hat man ein Haus schräg kopfüber hier aufgebaut. Bei dessen Besichtigung muss man acht geben, dass einem nicht schwindelig wird. Zum Gedenken an den zweiten Weltkrieg hat man hier eine Gefangenen¬baracke und einen Zug aus Sibirien ausgestellt und einen Bunker nachgebaut. Weiter ging es zum höchsten Berg in der Kaschubischen Schweiz (ca. 350 m hoch) mit einem Aussichtsturm von dem aus man eine herrliche Rundumsicht hat. Der Abend endete mit einem typisch kaschubischen Essen und wurde von einer Folkloregruppe begleitet, die auch uns in die Tänze und die Musik mit einbe¬zog. Der nächste Tag stand zur freien Verfügung. Wir nutzen dies, um mit dem Zug nach Gedingen zu fahren. Dort konnten wir an der Hafenmole zwei Museumsschiffe (einen Zerstörer aus dem zweiten Weltkrieg, und einen Drei-Mastsegler) sehen. Außerdem lag das russische Vier-Mast-Segelschul¬schiff "Kruzenshtern" hier vor Anker und konnte von uns besichtigt werden. Auf dem Rückweg zum Bahnhof sind wir noch durch die riesigen Markthallen geschlendert. Wir fuhren dann mit dem Zug nach Danzig-Oliwa. Am Rande eines Parks gibt es die Zisterzienserkathedrale mit einer berühmten riesigen Barock-Orgel. Wir konnten einem 20-minütigen Orgelkonzert beiwohnen. Es war fantastisch, manchmal meinte man Vogelgezwitscher zu hören, ein andermal schien die ganze Kathedrale zu beben wie beim Donnergrollen. Im Park gibt es auch noch ein tropisches Gewächs¬haus. Am Abend hat unser Reiseleiter Günther Patt für alle Fahrtteilnehmer halbe Hähnchen mit Brötchen besorgt. Der nächste Tag (16.06.2010) führte uns nach Marienburg. Den Nachmittag nutzten für einen ersten Rundgang durch den Ort und außen um die Festung herum. Die Festung Marienburg ist sowohl die größte Burganlage Polens, als auch der größte Backsteinbau Europas und ist seit 1997 UNESCO-Weltkulturerbe. Abends gab es im Camping-Restaurant wieder ein reichhaltiges Abend¬essen. Am nächsten Vormittag erfuhren wir bei einer zweistündigen Führung durch die Burganlage umfangreiche Details. Die Marienburg ist eine komplexe Anlage aus drei Teilen: die Hochburg als Kloster für Rittermönche, die Mittelburg als Sitz der Verwaltung des Ordensstaates sowie für reprä¬sentative Zwecke und die Vorburg als ökonomische und militärische Basis, insgesamt ca. 21 ha. Um 1270 begann der Deutsche Orden mit dem Bau der Marienburg. Von 1309 bis 1457 ist hier Sitz des Hochmeisters des Deutschen Ordens. Vorher war der Hauptsitz des Ordens in Jerusalem und Venedig, danach in Königsberg und Bad Mergentheim, heute ist der Hauptsitz des Ordens in Wien. Von 1457 bis 1772 wurde die Anlage von verschiedenen polnischen Königen genutzt, dann erfolgte die erste Teilung Polens. Die Gebäude wurden nun zweckentfremdet und teilweise abgerissen, bis 1804 die Zerstörungen durch einen Schutzbrief von Friedrich Wilhelm III beendet wurden. Danach begann die gezielte Restaurierung unter den Architekten Schinkel, Steinbrecht und anderen um die Burg wieder wie im Mittelalter erscheinen zu lassen. Leider wurde die Anlage 1945 zu ca. 50% zerstört, die Ostseite sogar zu ca. 90%. Nach dem Ende des zweiten Weltkrieges begannen polni¬sche Restauratoren mit dem Wiederaufbau, der heute noch andauert. Während der Führung sahen wir u.a. den Innenteil der Mittelburg, die Küche, Sommer- und Winterrempter, Kapitelsaal, Golde¬nes Tor (Eingang zur Marienkirche), Marienkirche (hier besteht noch dringender Restaurierungs¬bedarf) , Schlafsäle (Domitorien), Danskerturm (Toiletten), Weinkeller, Kreuzgang und anderes. Die Größe der Anlage macht es leider unmöglich, hier noch mehr zu berichten. Am Nachmittag gab es auf dem Campingplatz Kaffee und Kuchen. Am nächsten Vormittag ging es ein paar Kilometer weiter in die Oberländische Seenplatte nach Elbing. Bis ins späte Mittelalter war Elbing noch Hansestadt, da es direkt an der Weichsel lag. Erst ab ca. 1270 verlagerte sich der Lauf der Weichsel in westliche Richtung und Elbing verlor an Bedeutung. Im zweiten Weltkrieg wurde es auch zum größten Teil zerstört. Man hat jetzt die soge¬nannte Altstadt wieder modern, dem alten Stil nachempfunden, aufgebaut. Sehenswert sind z.B. die vollständig restaurierte Nikolaus-Kathedrale mit Ihrem 96m hohen Glockenturm und den bunten Fenstern sowie der Markttor-Turm, auf den man hinaufsteigen kann. Auch gibt es hier in der Aleja Grunwaldska eine typisch polnische große Markthalle, ähnlich wie wir sie auch schon in Gedingen sahen. Am 19.06.2010 haben wir eine Bootsfahrt der besonderen Art gemacht. Wir fuhren mit dem Schiff den Oberländischen Kanal bergauf von Elbing in Richtung Osterode bis nach Buchwalde. Der Oberländische Kanal verbindet die Oberländischen Seen über Elbing mit der Ostsee und wurde 1860 als technisches Weltwunder eingeweiht. Auf dem von uns befahrenen Stück überwindet der Kanal auf einer Länge von ca. 10 km eine Höhendifferenz von ca. 100 m. Dies ist mit Schleusen nicht machbar. Deshalb werden an fünf schiefen Ebenen die Schiffe in große Fahrgestelle einge¬fahren und dann auf Schienen an einem Seil den Berg hinaufgezogen. Der Antrieb der Seile erfolgt durch große Wasserräder und Umlenkrollen. Dieses umweltfreundliche System ist weltweit ein¬malig. Mit einem Bus fuhren wir dann zu einem Gasthaus um zu Mittag zu essen und anschließend zurück zum Campingplatz. Der nächste Tag war nur Reisetag ins masurische Nikolaiken. Am nächsten Morgen fuhren wir mit dem Bus ein Stückchen bis nach Rhein. Die hier 1377 von den deutschen Ordensrittern errichtete Burg wird heute als Hotel genutzt. Wir stiegen jetzt auf ein Schiff um. Während einer dreieinhalb¬stündigen Schiffsfahrt über mehrere Seen und durch einige Kanäle konnten wir diese typische masurische Seen- und Hügellandschaft erleben. Dazu gab es an Bord ein leckeres Mittagessen. In Wolfsee stiegen wir wieder in den Bus, um nach Lötzen zu fahren. Hier gibt es u.a. die aus dem 19.Jhd. stammende Festung Boyen, von der wir allerdings nur die trutzigen ca. 2,5 km langen und bis zu 30 m hohen Außenmauern sowie wenige Gebäude sahen, die heute z.B. als Jugendherberge, Gastronomie- und Klubheime genutzt werden. Bei einem kurzen Stadtspaziergang kamen wir auch an einer alten Drehbrücke und der evangelischen Kirche vorbei. Während der Rückfahrt zum Cam¬pingplatz erfuhren wir u.a. dass es hier eine große Kolonie von Kormoranen sowie die wahrschein¬lich größte Ansammlung von Höckerschwänen in Europa gibt. Die in den masurischen Gewässern oft vorkommenden Speisefische sind die Maränen oder auch Felchen. In Nikolaiken, in der Nähe unseres Campingplatzes Wagabunda, steht die wohl in ganz Nordpolen größte und modernste Hotelanlage mit ca. 3000 Betten und einem großen Schwimmbad, Wellnessbereich und eigener Eislaufhalle im Keller. Am nächsten Morgen wurden wir mit dem Bus auf schönen Alleen nach Krutinnen gebracht. Hier konnten wir bei einer ca. 90-minütigen Staken-Bootsfahrt die Unberührtheit und Ruhe eines kleinen Flüsschens genießen. Nach dem Mittagessen fuhren wir mit dem Bus wieder nach Nikolaiken, wo wir neben einem gemütlichen Kaffeetrinken noch genügend Freizeit für eigene Erkundungen hatten. Am Mittwoch den 23.06.2010 fuhren wir mit dem Bus zu der Wallfahrtskirche nach Heili¬genlinde. Diese Anlage wurde ca. 1690 errichtet und gehört zu den prunkvollsten Barockbauten Polens. Bemerkenswert ist hier u.a. die barocke Orgel, bei der sich während des Spiels verschie¬dene Figuren bewegen. Wir konnten einem 15-minütigen Orgelkonzert beiwohnen. Anschließend fuhren wir in das Dörfchen Rössel, an dem die Kriegseinwirkungen fast vollständig vorbei gegan¬gen sind. Hier gibt es die große gotische Peter- und Pauls-Kirche und die alte Bischofsburg mit Hotel und Restaurant, sowie dem Turm, von dem aus man eine schöne Aussicht hat. Nach dem Mittagessen fuhren wir zur Wolfsschanze. Dies war Hitlers größtes Kriegsquartier im Zusammenhang mit der Invasion Russlands. Der Name Wolfsschanze beruht auf Adolf Hitlers Deckname "Wolf" in den 20er Jahren. Die Anlage mit einer Größe von ca. 2 qkm liegt sehr geschützt in einem großen Wald- und Sumpfgebiet und wurde in der Zeit von 1940 bis 1944 von laufend wechselnden insgesamt ca. 40000 Arbeitern erbaut. Sie bestand aus insgesamt rd. 200 Objekten und diente zur Unterbringung von ca. 2000 Personen des Führungsstabes um Adolf Hitler. Am 20.07.1944 scheiterte hier das Attentat auf Hitler durch Oberst Claus Schenk Graf von Stauf¬fenberg. Drei Tage vor Anrücken der Roten Armee wurde die Bunkeranlage durch Nazi-Pioniere gesprengt. Heute sieht man im Wesentlichen nur noch Ruinen aus teilweise stehengebliebenen Außenwänden und eingestürzten Decken. Den Tag beendeten wir mit einem Grillabend mit masuri¬scher Live-Musik und Tanz im Pensionat "Christel" an der Straße zwischen Rhein und Sensburg. Die Besitzerin, auch bekannt als "Masurisches Marielchen", unterhielt uns in Ihrem ostpreußischen Dialekt mit mehrdeutigen Witzen und Erzählungen. Auch konnte man dort ein kleines Heimatmu¬seum besichtigen. Leider war es am Abend recht kühl und es hat geregnet. Am nächsten Tag setzten wir um zu einer Zwischenübernachtung auf einen Waldcampingplatz bei Allenstein. Am Freitag, den 25.06.2010 fuhren wir dann nach Thorn, der Geburtsstadt des berühmten Astro¬nomen Nikolaus Kopernikus. Abends sind wir in die Altstadt gegangen um gemeinsam zu Abend zu essen. Am nächsten Morgen erwartete uns eine ca. 2-stündige Führung durch die Altstadt mit Nadja. Thorn feiert gerade sein 777-jähriges Stadtjubiläum und ist seit 1997 als UNESCO-Welt¬kulturerbe anerkannt. Auf Thorn fielen im zweiten Weltkrieg nur zwei Bomben, jeweils auf die Weichselbrücke und die Innenstadt. Dadurch ist die Altstadt noch zu großen Teilen, auch mit Resten der alten Stadtmauer, erhalten. Sehenswert sind z.B. das "alte" und das "neue" Rathaus, der Altstadt-Marktplatz mit der Post und dem Kopernikus-Denkmal, dem Artushof, das Kopernikus-Geburtshaus, die Ruinen der Ordensritterburg, der "schiefe Turm", das "Erziehungsdreieck" mit Universität, Kirche und Gefängnis, Planetarium, Galerie Pasja mit keramischen Skulpturen Thorner Bürger aus dem 15. Jhd., das weiße Theater, die Heilig-Geist-Kirche mit dem Rokoko-Hauptaltar von 1756 und die gotische Kirche Mariä Himmelfahrt mit Ihren Fresken. Nach der Stadtführung speisten wir zu Mittag im Gasthaus des ehemaligen "Schwedischen Speichers" aus dem Jahre 1719. Der zur Verfügung stehende freie Nachmittag konnte dann z.B. zum Einkauf der Thorner Leb¬kuchenspezialitäten genutzt werden. Leider war es in der Nacht auf dem Campingplatz sehr laut, zunächst durch Musik von Jugendlichen auf dem Platz und dann von ca. 22:00 bis ca. 03:30 Uhr durch die sehr laute Musik des Festivals am gegenüberliegenden Weichselufer. Am nächsten Morgen mussten wir dann noch recht müde die letzte Fahrtetappe nach Posen zum Campingplatz am Maltasee antreten. Der Maltasee mit einer Fläche von 64 ha wurde 1952 künst¬lich angelegt. Hier gibt es eine der besten Ruder-Regattastrecken der Welt, eine künstliche Skipiste und Rodelbahn, die auch im Sommer genutzt werden und andere Sport- und Wellness-Attraktionen. Auch wegen der großen Hitze war hier zunächst Ausruhen angesagt, abends gab es wieder ein leckeres gemeinsames Essen. Am nächsten Morgen fuhren wir mit dem Bus und einer Gästeführe¬rin in die Stadt. Wir erfuhren u.a., dass das 1000-jährige Posen die drittgrößte Stadt Polens ist, eine florierende Handels- und Industriestadt sowie Messestadt. Posen ist eine Stadt mit vielen jungen Menschen, die hier fast alle Fachrichtungen an mehreren Hochschulen studieren können. Sehens¬wert sind z.B. die Kathedrale auf der Dominsel, die eindrucksvolle barocke St.Stanislaus-Pfarr¬kirche und die gesamte Altstadt. Hier vor allen Dingen der Alte Markt mit dem Rathaus im Renais¬sancestil. Jeden Mittag um 12:00 Uhr kommen hier aus einem Türchen unterhalb der Uhr zwei Ziegenböcke heraus, die sich zwölf mal mit den Hörnern stoßen. Diese Ziegenböcke sind auch das Wahrzeichen von Posen und der hier ansässigen "Lech-Brauerei", die wir anschließend noch besichtigten. Bei einem gemeinsamen Abendessen im Campinglatz-Restaurant hieß es Abschied nehmen. Die Fahrtteilnehmer bedankten sich bei den Reiseleitern Günther und Roswitha Patt für die hervor¬ragend organisierte Tour. Es hat allen sehr gut gefallen, die vielen gemeinsamen Essen waren sehr lecker und Polen ist immer wieder eine Reise wert. Am nächsten Morgen gab es noch mal ein gemeinsames Frühstücksbuffet und dann trat jeder für sich die Heim- bzw. individuelle Weiterreise an. Nochmals unseren herzlichsten Dank an die Reiseleitung, diese Wochen waren ein unvergessliches Erlebnis. Hartmut und Barbara von Trostorff 

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