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Fotos: Frank Nüske

START - REISEBERICHTE - POLEN - 258 MASUREN 2009

 

 

258. DCC Gemeinschaftsfahrt Masuren 2009

 

Im Juni haben wir uns getroffen,
nun ist ganz Polen für uns offen.
Am Oberuckersee ist’s schön,
doch wir woll’n was von Masuren sehn.

Mit dem Shuttle ging’s ganz schnell
zur Begrüßung ins Panorama Hotel.

Und bei allerschönstem Sonnenschein
fuhren in Stettin wir ein.

Erst noch mal ein großer Schreck,

unser Bugrad war fast weg.
Doch der Platzwart richtig helle

war mit Wagenheber gleich zur Stelle.

Im Anschluss kommen wir am Dienstag dann
heil und gesund in Kolberg an.

 

Leba ist das nächste Ziel,

190 km – das ist nicht viel.
Hier haben wir drei Nächte Zeit,
endlich mal Gemütlichkeit.
Und der Mover ist noch dran,
nur verbogen irgendwann.

Nicht nur die Navi sollt ihr fragen,
auch mal hören, was die Frauen sagen.
In Leba ist ne große Düne,
die des Wanderns wird nicht müde.

 

In Sopot regnet es in Strömen,

wann wird die Sonne uns verwöhnen?
Am nächsten Tag ist’s gleich so weit,
heiter sind sofort die Leut.
In Danzig fahren wir per Schiff und Bus,
den Rest machen wir ganz flott zu Fuß.

In der Kaschubei haben Stunden wir verbracht,
bei Sonnenschein das Herz uns lacht.
Vorbei geht’s an dem Fluss Radauna,
wobei man sehen kann viel Flora u. auch Fauna.


Kaschubische Noten mussten wir singen,
nun wissen die Polen wie Deutsche klingen.
Folklore gab’s am Abend auch,
so was ist hier einfach Brauch.

 

Und endlich mal ein freier Tag,

jeder tut, was er gerne mag.


Zum Bergfest dürfen wir ein Hähnchen essen,
dann müssen Sopot wir vergessen.

 

Die Marienburg erobern wir,
zum Essen gibt es Bigosz hier.

 

Am nächsten Tag haben wir keine Wahl,
frühmorgens geht’s zum Oberländer Kanal.
Von Petrus werden wir sehr verwöhnt,
und eine längere Fahrt ist uns vergönnt.

 

Vier Tage in Mikolajki auf der Wiese,
gibt’s was Schöneres als diese?

 

Beim Busausflug in die Masuren

viele Dinge wir erfuhren.

Dabei in Heilige Linden

konnten eine phantastische Orgel wir finden.

 

An der Wolfsschanze geht’ s durch den Wald,

dank Autan lassen uns die Mücken kalt.
Das Abendessen mit Musik und Witzen,
kaum einen hielt es auf den Sitzen.

 

Im Haus von Dönhoff hör’n wir allerlei,
schöne Pferde sind auf dem Hof dabei.
Und bei Telefon 2593

kommt bestimmt ein Storch vorbei.

Auf den Seen von Masuren

wir mit „Classic Lady“ fuhren.

Da gab es Zander und auch Pute,
ach wär doch nur das Wetter gut.

Die Festung von Boyen konnten wir seh’n,
zum Schluss an der Brücke von Lötzen steh’n.

 

Pasym ist nur eine Zwischenstation,
Kopernikus in Torun wartet schon.

 

Die Reise ist nun fast zu Ende,
geseh’n haben wir ne ganze Menge.
Unterwegs die Essen waren Spitze,

doch so langsam biegen sich die Sitze.

In Posen nach der Ankunft sind wir matt,

trotzdem habt Dank

Roswitha und Günther Patt!

 

               Christa Reimann

 






Fotos: Frank Nüske





Bericht über die 258. DCC Gemeinschaftsfahrt nach Polen
vom 07. bis 28. 06. 2009

 

Frank Nüske (Schriftführer LV Mittelrhein)

Liebe Campingfreunde,
ich nehme das Gesamturteil vorweg: Es war eine Superfahrt mit unzähligen, unvergesslichen Eindrücken, von Günther und Roswitha Patt bis ins Detail vorbereitet, toll durchgeführt und begleitet.


Am Sonntag, dem 07. 06. war individuelle Anreise, man traf sich auf dem Cpl. Oberuckersee in Warnitz, ca. 90 km nördlich von Berlin an der Grenze zu Polen. Abends erhielten wir bei der Einweisung durch Günther bereits einen Vorgeschmack auf die Tour. Nach reichlich Information und Gruppeneinteilung endete der 1. Tag mit einem anspruchsvollen Abendessen im nahegelegenen Panoramahotel. Am folgenden Tag fuhren wir per Bus nach Stettin. Nachdem direkt hinter der Grenze die ersten Euro in Zloty getauscht waren ging es weiter. Die Gästeführerin wusste Vieles über die bedeutenden Bauwerke - wie das am Steilufer der Oder gelegene Schloß der Pommerschen Herzöge sowie die Johanniskirche oder die St. – Jakobs Kathedrale, das Historische Rathaus und die Kadettenschule der Marine zu berichten. Anschießend konnte jeder auf eigene Faust die Stadt erkunden. Nach gut 5 Stunden traten wir die Rückfahrt nach Warnitz an.
Der folgende Tag war nur Reisetag. Gegen 09:00 Uhr startete die erste Gruppe zum 200 km entfernten Kurort Kolberg. Den Rest des Tages nutzten viele mit einem Besuch der Stadt. Der Tag schloss mit einem gemeinsamen Abendessen.
Am Mittwoch (10.06.) war die 2. Etappe, es ging zur Bernsteinküste, zum 190 km entfernten Ort Leba. Hier sollten wir dann bis zum Samstag, dem 13.06., bleiben. Am Donnerstag (11.06.) wartete ein Naturschauspiel besonderer Art auf uns, es ging zu der im Nationalpark gelegenen, über 50 m hohen Wanderdüne, die im Laufe der Zeit alles, was sich ihr in südöstlicher Richtung in den Weg stellt(e), unter sich begraben hat oder noch begraben wird. Am Strand wurde dann eifrig nach Bernstein gesucht, leider vergebens. Das Glück, das unser Gästeführer vor 2 Jahren hatte, einen über 200 Gramm schweren Bernstein (siehe Bildergalerie) zu finden, blieb leider aus.
Leba selbst ist ein gepflegter, gemütlicher Fischerort zum Bummeln und „Sichverwöhnenlassen“. Der folgende Tag (12.06.) stand zur freien Verfügung, der zum Erkunden von Leba oder der näheren Umgebung genutzt wurde.
Der 13.06. war wieder Etappentag, es ging von Leba zum 100 km entfernten, an der Danziger Bucht gelegenen Sopot. An diesem Tag war jeder auf sich gestellt. Am folgenden Tag stand die Besichtigung von Danzig an. Das 1000 Jahre alte Danzig, im Krieg, zu 90 % zerstört, wurde original wieder aufgebaut, man steht also vor wenige Jahre alten Gemäuern und hat den Eindruck alter Bausubstanz, die Stadt präsentiert sich wie vor 200 und mehr Jahren. Nach einer ausführlichen Stadtführung ging es dann per Schiff durch den Hafen zur Westerplatte. Sie erlangte „fragliche“ Berühmtheit durch den Beschuss der dort errichteten, polnischen Stellung durch die Deutsche Kriegsmarine, wodurch der 2. Weltkrieg seinen unrühmlichen Anfang nahm. Ein monumentales Denkmal erinnert hieran.
Der 9. Reisetag (15.06.) führte uns per Bus ins mittlere Kaschubien, Hier treffen wir in der. „Kaschubischen Schweiz“ auf die sog. Waldkaschuben, im Gegensatz zu den Meerkaschuben, die auf der in die Danziger Bucht hineinreichende Halbinsel Hela angesiedelt sind. Deren Sprache ist kein Dialekt des Polnischen sondern wird als eigenständige Sprache anerkannt. So lernten wir auch das „Kaschubenlied“, das uns von einem Mitarbeiter des „Förderungszentrums von Szymbark“ „original“ vorgetragen wurde, kennen. Zu den Besonderheiten zählten hier der längste, aus einer zusammenhängenden Holzplatte bestehende, Tisch von 36,83 Metern Länge und das auf dem Dach stehende Haus. Weiterhin beeindruckend war ein, aus einem 8.100 km entfernten Ort Sibiriens geholtes, 230 Jahre altes Holzhaus, sowie die Rekonstruktion von Teilen des sowjetischen Lagers „Gulag“ aus der Zeit Stalins. Wir fahren durch ein reizvolles Seengebiet, vorbei an kristallklaren Seen, eingebettet in eine sanfthügelige Waldlandschaft. Den Tag beendete, wie so oft schon, ein fulminantes Abendessen. Bei der anschließenden Folklore mit Musik und Tanz durften die Gäste kräftig mitwirken.
Der folgende Tag (16.06.) stand wieder zur freien Verfügung, der zur Besichtigung der Kathedrale in Oliva mit Orgelkonzert oder zu einem Ausflug auf die Halbinsel Hela genutzt wurde.
Der 17. 06. war wieder Etappentag, das Ziel sollte Elbing am „Frischen Haff“ sein. Auch Elbing wurde nach seiner Zerstörung durch Kriegseinwirkung - wie auch Danzig - im alten Stil wieder aufgebaut. Hinzuweisen wäre auf den typischen „Polenmarkt“ an der Al. Grunwalska.
Bereits am Nachmittag brachte uns der Bus nach Marienburg (Malbork). Dort erwartete uns ein historisches „Highlight“, nämlich die nur aus Backsteinen erbaute größte Ordensritterburg Europas aus dem 13./14. Jahrhundert. Es würde den Umfang dieses Berichtes sprengen, würde ich auch nur teilweise über die hier zu sehenden Exponate aus mehreren Jahrhunderten berichten; eine wirklich überwältigende Geschichte, die uns von der Gästeführerin lebensecht nähergebracht wurde.
Der 18.06. wartete mit einer wohl einmaligen Attraktion auf, die Rede ist von einer Schifffahrt auf dem >Oberländer Kanal<. Dies wäre nicht so spannend, wenn da nicht die - einmalig auf der Welt - errichteten Schiffsschleusen wären, bei denen die Schiffe nicht über Schleusenkammern gehievt/gesenkt werden, sondern auf Schienen über eine geneigte Ebene den Höhenunterschied überwinden. Aber unabhängig davon ist eine Bootsfahrt durch die pommersche Seenlandschaft ohnehin ein visuelles Naturerlebnis.
Der 19.06. war wieder Reisetag, es ging 200 km weiter Richtung Osten, nach Mikolajki zum Cpl. „Wagabunda“. Nun befinden wir uns mitten im Land der tausend Seen, in den Masuren. Der Bus bringt uns am 20.06. - bei schönstem Wetter - durch eine bezaubernde Landschaft zur Kathedrale „Heilige Linde“ (Orgelkonzert). Nach 2 Stunden folgte die Weiterfahrt zur „Wolfsschanze“, dem maßgeblichen Führerhauptquartier (FHQ) Adolf Hitlers, nahe dem Ort Gierlotz. In einem leidenschaftlichen Vortrag erläuterte uns der Gästeführer, Herr Sieminski, den Werdegang dieses von 1940 – 1943 errichteten, militärischen Standortes, an dem durch das von Klaus Schenk Graf von Stauffenberg am 20.07.1944 ausgeführte Attentat auf Hitler die Schreckensherrschaft beendet werden sollte. Die gesamte, ca. 2 qkm große Anlage, eingebettet in ein 8 qkm großes Waldgebiet, wurde von den Nazis bei Herannahen der sowjetischen Soldaten gesprengt.
Der Tag endete in Mrgowo mit einem Abendessen und einer folkloristischen Darbietung ganz besonderer Art. Die Wirtin des Gasthofes „Christel“ - dort liebevoll „Masurisches Marielchen“ genannt, hatte ihren großen Auftritt. In ostpreussischem Dialekt brachte sie - auch mehrdeutige - Witze zum Besten und heizte die Stimmung so richtig an. Auch bestand die Möglichkeit zu einheimischer Musik das Tanzbein zu schwingen, oder alternativ hierzu, die weitläufige Ausstellung masurischen Lebens und Kultur der letzten zweihundert Jahre zu besuchen.
Der 21.06. war wieder „Tag der Selbstbestimmung“, viele nutzten die Möglichkeit, den idyllisch am See gelegenen Wassersportort Mikolajki zu besuchen. Am 22.06. ging es noch einmal mit dem Bus, unter kilometerlange, herrliche Alleen mit uraltem Baumbestand, hinaus in die zauberhafte Naturlandschaft Masurens; große Teile hiervon sind als Natur- und Nationalparks ausgewiesen. Unterbrochen wurde die Fahrt von einer zweistündigen Schiffstour auf einem der zahllosen Seen, wo auch das Mittagessen - kreiert von einem polnischen Sternekoch - eingenommen wurde.
Nachdem der östlichste Punkt unserer Fahrt erreicht war, ging es am 23.06. wieder Richtung Westen und zwar über Allenstein (Olsztyn), wo wir nur eine Übernachtung eingelegt hatten, zur Geburtstadt des berühmten Astronomen Nikolaus Kopernikus, nach Thon/Torum an der Weichsel. Auf dieser Etappe passierte dann auch die einzige Fahrzeugpanne, bei einem Pkw riss ein Keilriemen.
Hier konnten wir die Hilfsbereitschaft der Polen einmal „life“ miterleben. Schnell war eine Autowerkstadt informiert und nach ca. drei Stunden war - wenn auch wegen fehlender Originalersatzteile nur provisorisch - der Schaden behoben, die Fahrt konnte problemlos fortgesetzt werden.
In Thorn erwartete uns wieder eine fachkundige Gästeführerin, die uns das als Weltkulturerbe der UNESCO anerkannte Thorn mit seiner Ordensritterburg und seinem „Altstädtischen Rathaus“ in anschaulicher Weise näher brachte.
Am 26.06. brachen wir schließlich zur letzten Etappe auf, sie führte uns zur ca. 150 km entfernten und drittgrößten Stadt Polens, nach Posen/Poznan. Das tausendjährige Posen ist nicht nur eine florierende Handels- und Industriestadt, auch bietet es  zahlreiche Besichtigungsmöglichkeiten, von denen hier nur einige erwähnt seien: Historische Altstadt (Altenmarkt), der Dom von 968, das Rathaus (Renaissancesaal), der botanische und der zoologische Garten, und.... und... und. Und für sportlich interessiert die künstliche Skipiste am See „Malta“ und der See selbst mit seinen diversen Sportangeboten und seiner Regattastrecke.
Nach dem Abendessen im Restaurant des Cpl. hieß es dann Abschied nehmen, eine von der Reiseleitung, dem Ehepaar Patt, hervorragend organisierte und begleitete Fahrt ging seinem Ende entgegen. Dass dies unvergessliche Wochen waren zollte eine Teilnehmerin mit einem von ihr selbst verfassten Gedicht, in dem sie alle Begebenheiten noch einmal Revue passieren ließ. Ein anderer Teilnehmer fand letztlich die richtigen Dankesworte an die beiden und überreichte zum Abschied im Namen der Reisegruppe ein kunstvolles, filigranes Geschenk aus Bernstein.
Es ließe sich noch vieles mehr über die Fahrt berichten, hier sollte aber nur ein kleiner Querschnitt wiedergegeben werden. Abschließend möchte ich noch die vorzügliche, polnische Küche erwähnen. Ausnahmslos alle Teilnehmer zollten ihr Lob und anerkennenden Zuspruch.
Hinweis: Dieser Bericht erscheint auch auf der homepage des Landesverbandes Mittelrhein (www.camping-lv-mittelrhein.de ), ergänzt mit zahlreichen, erläuternden Fotos. Vielleicht schaut der eine oder andere mal rein, würde mich freuen.
Mit einem freundlichen Campergruß
Frank Nüske (Schriftführer LV Mittelrhein)

 



 








Fotos: Frank Nüske