Wir über uns
Fahrten 2012
Reiseberichte
Kooperationspartner
Kontakt

Baltikum
Deutschland
Italien
Polen
Spanien
Türkei




START - REISEBERICHTE - 278. SCHWEIZ 2010

 







278. DCC-Reise Schweiz-Burgund-Champagne 2010

Rita Gaspers


Der Himmel öffnete seine Schleusen, als unsere Reise in Dinkelsbühl begann, und er schloss sie erst wieder endgültig, als wir zwei Tage später in Villeneuve am Genfer See, unweit von Montreux, ankamen, wo wir uns auf einen kleinen Campingplatz eng und kuschelig aneinanderdrängelten. Es war uns zumindest nicht mehr kalt.
Den Bodensee am Tag zuvor sahen wir, trotz einer schönen - anstelle einer Kennenlern-Wanderung über Matschwege - eilig organisierten Schifffahrt nur durch Regenschleier. Aber der Campingplatz Gitzenweiler Hof ließ keine Wünsche offen, auch nicht den derzeit dringendsten, das Wasser des überlaufenden Platz-Sees, ca. 150 m von unseren Stellplätzen entfernt, möge unsere Wohnwagen und Mobile nicht erreichen. Der Empfang am ersten Abend durch die Chefin des Platzes, Frau Müller, mit einigen netten Überraschungen ließ unsere Sorge in den Hintergrund treten, ebenso das leckere Essen am nächsten Abend in der Pizzeria des Platzes, das zu unserer aller Überraschung überhaupt nichts mit einer Pizza zu tun hatte.
Doch nach unserer Ankunft in der Schweiz ging es nur noch bergauf, im wahrsten Sinne des Wortes. Die Eisenbahnfahrt mit dem Schokoladen-Express nach Gruyères und Broc war eine Augen- und Gaumenfreude, denn wir sahen nicht nur eine herrliche Landschaft, sondern genossen den berühmten Gruyèrer Käse und durften in der Schokoladenfabrik Callier-Nestlé in Broc nach Herzenslust Schokolade probieren - bis nichts mehr ging. Trotzdem, lecker!
Die Fahrt mit dem Glacier-Express erforderte aufgrund der langen Anfahrt etwas Geduld, bis wir mit dem berühmten Zug, gestärkt mit einem “schrägen” Glas Prosecco und einem Lunch-Paket à la Heiermann, am späten Nachmittag Zermatt und das berühmte Matterhorn erreichten. Der Anblick war grandios, wirklich “eine Reise wert”.
Die dritte Eisenbahnfahrt, nach einem Ruhetag, jedoch mit einem ausgezeichneten Abendessen und anschließendem Fußballspiel der deutschen Nationalmannschaft, welche wir fast alle immer verfolgten, sollte uns im Mont-Blanc Express nach Chamonix zum Mont Blanc, Europas höchstem Gipfel, bringen. Tat er aber nicht, weil just an diesem Tag Frankreichs Eisenbahner streikten. An der Grenze war Schluss mit lustig. Aber Peter Heiermann, findig wie immer, organisierte noch während der Bahnfahrt, die man wirklich spektakulär mit ihren Bergfahrten nennen konnte, einen Bus, der uns von der Grenze nach Chamonix brachte. Es hat sich gelohnt. Ein wunderschöner Ort mit einer traumhaften Rund-um-Sicht auf mehrere Drei- und Viertausender, allen voran natürlich der Mont Blanc.
Am nächsten Tage gab’s eine Besichtigung des Wasserschlosses Chillon, das wir entlang der wunderschönen Uferpromenade von Villeneuve nach Montreux  zu Fuß erreichten. Nach der interessanten und umfangreichen Besichtigung mit Führung gab es im Schlosshof den schlosseigenen Wein als Kostprobe, der uns allen gut mundete. Anschließend ging es zum Mittagessen direkt gegenüber des Schlosses.
Unser Aufenthalt am Genfer See neigte sich dem Ende zu, und so fuhren wir weiter ins Burgund nach Cormatin, einen kleinen Ort westlich der A6 zwischen Chalon-sur-Saone und Macon. Abends konnten wir aufgrund der Platzgröße endlich eine “lange Tafel” abhalten mit französischen Leckerbissen und Getränken. Es wurde sehr lustig.
Sonntags besichtigten wir Schloss Cormatin und seinen wunderschönen Park einschließlich Irrgarten, “irre“, laut Meinung einiger Mutiger. Das anschließende Mittagessen in einem typisch französischen Straßenlokal, welches uns regionale französische Spezialitätern servierte, war so ganz nach dem Geschmack von Frankreich-Liebhabern. Nachmittags war wieder Daumendrücken für die deutsche Elf angesagt.
Den nächsten Tag, ein Ruhetag, verbrachten einige in Cluny, ca. 14 km entfernt, mit den Resten einer uralten und ehemals riesigen Klosteranlage, andere im 4 km entfernt Taizé, dem bekannten Ort, an dem sich seit vielen Jahren Jugendliche und jung Gebliebene aus aller Welt in einer ökumenischen Gemeinschaft treffen. Viele waren nach dem Besuch dort sehr beeindruckt.
Langsam ging es zurück in Richtung Heimat. So fuhren wir anderntags über Colombey-les-Deux-Eglises mit dem Grab des “großen” General Charles de Gaulle nach Mesnil-Saint-Pere am Lac d´Orient. Dort gab es am Abend eine wirkliche Überraschung. Nach der Order, mit Tisch und Stuhl wieder zu einer “langen Tafel” zu erscheinen, erwarteten die meisten die schon legendären Waffeln. Nix da, es gab Champagner!!! Wir waren ja schließlich auch in der Champagne. Wieder ein sehr gelungener Abend.
Der nächste Tag war unsere letzte “gemeinsame” Fahrt. Über Verdun mit seinen traurigen Schauplätzen und Erinnerungen des ersten Weltkrieges erreichten wir unseren letzten Aufenthaltsort, den Campingplatz Kockelscheuer in Luxemburg. Hier besichtigten wir die Stadt Luxemburg, die nicht nur in der Wirtschafts- und Finanzwelt mitten im Herzen Europas eine bedeutende Rolle spielt, sondern auch landschaftlich einiges zu bieten hat mit ihren Festungsmauern und “Höhen  und Tiefen”. Eingeschlossen war wieder ein Mittagessen, jetzt nach Luxemburger Art.
 Am letzten Ruhetag bereiteten wir uns auf unseren Abschiedsabend vor, der dank Renate und Peter wieder einmal sehr gelungen war wie überhaupt die ganze Reise. Man muss die beiden einfach bewundern, was sie alles auf die Beine stellen. Ein Sack Flöhe zu hüten oder eine Schulklasse auf einem Klassenausflug zu begleiten ist sicher nicht schwieriger, als 36 trödelnde und sich unterhaltende Personen in einen voll besetzten Linienbus (mit Zeitdruck) unterzubringen oder alle im Eiltempo aus einem Zug zu bewegen, der seinen Fahrplan einhalten muss und nicht weiterfahren kann, weil alle 36 nacheinander und seelenruhig nur durch eine Tür aussteigen. Immer wieder haben sie neue Ideen und Überraschungen auf Lager, und Programmänderungen durch “höhere Gewalt” meistern sie mit Bravour. Dafür kann man ihnen nicht genug danken, und wir hoffen alle, dass wir noch sehr oft mit ihnen fahren können.
Nach dem gemeinsamen Frühstück am nächsten Morgen verabschiedeten sich alle voneinander mit der FCC-Hymne “Nehmt Abschied Brüder…”
Eine wunderschöne Reise war leider wieder zu Ende.

Liebe Grüße bis zum nächsten Mal
Rita Gaspers




 







Fotos: Rita Gaspers